Extremities, The Albini demos and live beginnings '88
Eine Reise zu den rohen und viszeralen Ursprüngen: von den von Steve Albini gemixten Demo-Sessions bis zur Nacht des allerersten geheimen Konzerts am 20. Dezember 1988. Im Herzen von Chicago verwandelten Geordie und Martin Atkins Frustration und Distanz in pure kreative Energie und nahmen in Albini's Haus die mittlerweile legendären »Black Cassette«-Demos auf.
Verzerrte, bedrohliche Basslinien, widerspenstige Oszillatoren und Albini, der endlos die Treppe zwischen dem Schlagzeugraum im Keller und dem Kontrollraum in der Speisekammer hinauf- und hinunterlief, prägten einen Sound, der brutal direkt und kompromisslos war. Die ersten Interaktionen mit der Yamaha-Drum-Machine ließen Elemente erahnen, die später Teile des Albums prägen sollten. Diese Sessions brachten wichtige Ideen hervor, während das zukünftige Studio – das von Steve gekauft und in die Wabash Ave verlegt wurde – bald zum Kern von Invisible Records und Killing Jokes Aktivitäten werden sollte.
Auf der anderen Seite ein wirklich seltenes Dokument: Ausschnitte aus Atkins' allererster Show mit der Band, am 20. Dezember 1988 im Burberries in Birmingham. In einem kleinen, mit Spiegeln ausgekleideten Club voller Spannung, Adrenalin und unvermeidlichen Zusammenstößen mit den Wänden wurden Extremities, The Fanatic, Intravenous und The Beautiful Dead zum ersten Mal öffentlich aufgeführt. Es war die Nacht, in der alles begann: der Blast Beat, der sich noch in der Entstehungsphase befand, die kontrollierte Wut, die Geordie forderte – »kannst du noch ein bisschen mehr Moonie reinbringen?« – und vor allem Jaz' theatralisches, aber auffallend echtes Lachen. Nicht nur Freude, sondern eine Erklärung: ein riesiges »Fuck off« an die Zweifler und ein Vorspiel für das, was noch kommen sollte. Ein rohes, essentielles, unverzichtbares Zeugnis: die Geburt einer Ära.